Einst teilten sich zwei große Jungs die Macht auf dem Schulhof. Als der eine vor lauter Schwäche zusammenbrach, weil er das Rennen gegen den anderen nicht gewinnen konnte, schien es, als sei eine Zeit der Harmonie angebrochen.
    Statt seinen Triumph in eine langfristige Kooperation zu verwandeln, machte der Sieger dem Verlierer nach und nach seine Kumpels abspenstig, die ihrerseits gerne ins Lager des Siegers wechselten.

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    Nachdem Deutschland im 20. Jahrhundert zwei verheerende Kriege geführt hatte, musste eine Regelung her, wie man dies in Zukunft verhindern könne. Die hinterlistigste und effektivste Waffe, um Deutschland dauerhaft daran zu hindern, sich über andere zu erheben, war und ist extremer Föderalismus. 

    Will man etwas Großes klein machen oder halten, spaltet man es, indem man die Teile stärkt. Dieses Prinzip wirkt sich für Deutschland nach 1945 gleich doppelt verheerend aus, denn das zentrale Element des Staates wird gleich in zwei Richtungen geschwächt - durch die Macht der Bundesländer nach unten und die Macht der Europäischen Institutionen nach oben.

    Scheinheiligkeit als Feigenblatt
    In der aktuellen Debatte um rechtsextreme Chatgruppen innerhalb der Sicherheitskräfte steht Entrüstung an der ersten Stelle politischer Reaktionen, verbunden mit dem Versprechen schonungsloser Offenlegung und Verfolgung. Das hören wir immer, wenn es darum geht, die Volksseele zu beruhigen.
    Nun liegt das eigentliche Problem aber viel tiefer, als man das publikumsgerecht und ohne Wähler zu verprellen darstellen kann. Da ich mir nicht anmaßen kann, den politisch Verantwortlichen dumme Ahnungslosigkeit zu unterstellen, wobei man sich in vielen Fällen natürlich fragen muss, warum man Böcke zu Gärtnern gemacht hat. Bei letzterem Phänomen ist die Antwort leicht - die Böcke lassen sich leichter manipulieren - sprich, wer keine Ahnung hat, braucht Beratung. Beratung ist das Einfallstor für Lobbygruppen in die Politik und eines der Hauptübel einer angeblichen Herrschaft des Volkes. Darüber möchte ich heute nicht sprechen.

    ... oder die Geschichte vom Rotkäppchen - ab der Mitte erzählt 

    Nachdem sich nun wochenlang alle heiß machen, wird es Zeit, einmal Ordnung in die Gedanken zu bringen und den Konflikt aufzudröseln.

    Was ist da los in und um die Ukraine, warum lassen wir es soweit kommen, dass in Europa die Kriegsgefahr wiedererwacht, obwohl wir geglaubt hatten, dass wir „nur noch von Freunden umgeben“ sind. (Klaus Kinkel, FDP 1997). Kinkel weiter: „Mit der Grundakte Nato - Russland und dem Partnerschafts- und Kooperationsabkommen der EU sind wir auf dem Weg zu einem friedlichen, ungeteilten und demokratischen Europa - einem Europa mit Russland.“

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    Als am 16. April 1917 gegen 23.00 Uhr der Nachtzug am Finnischen Bahnhof in St. Petersburg einfuhr, erwartete den berühmten Reisegast eine Ehrenformation von Soldaten aus Kronstadt und ihm wurde ein Blumenstrauss in die Hand gedrückt. Anders als die provisorische Regierung Russlands nun aber angenommen hatte, würde sich der Mann nicht der aus einer  bürgerlichen Revolution hervorgegangenen Regierung Kerenski anschließen, sondern er verkündete, dass nun die Zeit der „Sozialistischen Weltrevolution“ angebrochen sei. 

    Nawalny und wem nützt hier was?
    Nun also schon wieder. Ein russischer Regimegegner wird mit einem Nervengift fast umgebracht. Ein Aufschrei hallt durch die Welt - besonders durch die westliche Welt - sieht es doch ganz so aus, als würde das Putin-Regime vor nichts zurückschrecken und missliebige Gegner überall auf der Welt bedrohen und schlimmstenfalls umbringen. Genau das soll man lesen, glauben und natürlich eine Handlung daraus ableiten. Wie das bei der Untersuchung des Handelns von Menschen immer so ist, brauchen wir ein Motiv. An dieser Stelle wird es schwierig, den Finger in die richtige Richtung zu strecken. Wem nützt der Anschlag auf Nawalny, wer profitiert?

    Wahlnachlese

    Nun kann ich die Koffer doch wieder auspacken. Für den Fall eines RRG-Bündnisses wäre das Exil die einzige Option gewesen. Gott sei Dank ist das offenbar vom Tisch und die Apokalyptischen Reiter werden wohl nicht komplett durch Deutschland ziehen und sich nur in Berlin austoben. Dazu später.

    Dennoch sind wir um einige Erkenntnisse und Hoffnungen reicher und die will ich nicht vorenthalten:

    Eigentlich hatte ich mir Zurückhaltung auferlegt, was die Kommentare zur Corona-Krise angeht, jedoch zwingt mich die beeindruckende Erkenntnis eines täglich ansteigenden Wahnsinns dazu, die Gedanken heraus zu lassen, damit der Kopf nicht explodiert. 

    Ich sehe selbst in einem etwas aus den Fugen geratenen Dorf am Rande Berlins Menschen herum fahren, deren Heckscheibe der Begriff „Freiheit“ ziert. Dieses zunächst wunderbare Bekenntnis zum natürlichen Existenzrahmen von Menschen hat sich nicht erst mit der gleichnamigen „Westernhagen-Ballade“ bei mir eingebrannt, sondern die entstehende Freiheit in den 90er Jahren war die wahrhafte Befreiung von der Bevormundung des SED-Staates, verbunden mit der Hoffnung, auf alle Zeit nie wieder das Gefühl zu bekommen, ausgeliefert zu sein.

    Demonstration der Spaßgesellschaft - Risiken und Nebenwirkungen von Freiheit
    Nach über 30 Jahren (oder 70) müssen die Menschen nun monatelang in den Bombenkellern ausharren und leben bei Wasser, Brot und Kohlrüben. Der vegane Brotaufstrich hängt den Menschen zum Hals heraus. Die einst so lebendige Demokratie, in der sich die Menschen Jahrzehnte lange aufopferungsvoll engagiert haben, das Wohl ihrer Mitmenschen stets im Auge, ist einer Hygiene-Diktatur gewichen, weil sich düstere Mächte um Technologie-Milliardäre zusammengerottet haben, um sich auf das Leid der Menschheit täglich einen runter zu holen.

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