Neue Berufung: Beileidigte

Im Westen, einem einst so lässigen Teil der Welt, der Freiheit über alles geschrieben hatte, hat sich eine besondere Gruppe von Menschen etabliert: die Berufsbeleidigten.
Die Berufsbeleidigten haben eine mächtige Lobby bei allen Menschen, die Political Correctness als Waffe erkannt haben, eine Gesellschaft zu zerstören. Der größte Umerziehungsprozess der Menschheit seit der großen Christianisierung jenseits des 5. Jahrhunderts fördert unter dem Deckmantel, Diskriminierung zu verhindern, vor allem eins: Diskriminierung. Menschen, die sich dem linken Gesinnungsdiktat nicht unterordnen wollen, werden von Hobby-Moralisten an den Pranger gestellt und verunglimpft bis zur physischen Bedrohung und ärgerem. Der jüngste Ausdruck dieser dumm-linken Ausbrüche ist das "Indianerkostüm-Beispiel" von Hamburg oder der Shitstorm gegen AKK wegen ihrer Karnevalsrede und ihrer Aussagen zum dritten Geschlecht. 

Eine Gesellschaft, in den man keine Witze mehr machen kann, wie es einem gefällt, steht am Rand einer Diktatur oder ist bereits zu einer solchen mutiert. Auch wenn ich karnevalistischem Treiben absolut nichts abgewinnen kann, so unterstütze ich dennoch dessen ursprüngliche Idee, den Mächtigen eine "reinzuwürgen" und sich jede Art von Frechheit erlauben zu können. Es ist vollkommen legitim, Merkel als Muttersau mit Ferkeln zu zeigen, den Papst oder sonst wen lächerlich zu machen - das haben sie sich offenbar verdient und es ist gut so, dass man das in einer freien Gesellschaft auch mal darf. Zieht man nun aber wie AKK über Menschen her, die wie alle anderen Menschen in dieser freien Gesellschaft ihren juristisch legitimen Platz gefunden haben, ist nunmehr Schluss mit lustig. Mit jedem Aufschrei der mächtigen Genderlobby, knicken die Verantwortlichen ein, die Medien setzen sich auf das Thema drauf - und ich hier ja nun auch. Wir sind verrückt geworden, uns den Mund verbieten zu lassen! Das muss aufhören! Das Argument, hier würden nun „Schwache“ aufs Korn genommen, ist in Anbetracht der Möglichkeiten dieses noch immer freien Landes, sein selbstgewähltes Lebensmodell durchziehen zu können, verlogen. Jeder Mensch muss damit leben können, dass er eben auch mal zur Zielscheibe von Spott wird, wenn es kein Mobbing ist und irgendwann, wenn alle mal gelacht haben, aufhört. Das ist normal und es ist ja nicht so, dass die Menschen nichts anderes zu tun haben, als sich ständig über eine unbedeutende Minderheit lustig zu machen. Diese und andere Minderheiten rücken sich nur durch diese Art überzogenes Beleidigtsein selbst ständig in den Fokus und erwarten Rücksicht. Dabei ist die Intoleranz gegenüber anderen Ansichten gerade dort am tiefsten verwurzelt, wo besonderer Wert darauf gelegt wird, alternative Modelle als das non plus ultra anzusehen. Wenn jemand traditionelle Ideen bevorzugt, beginnt der Shitstorm und die für sich selbst geforderte Toleranz ist gewichen.

 

Gespielte Entrüstung, aufgezwungene Indoktrination oder der Verlust von Selbstironie sind Mittel, um sich selbst ins Abseits zu befördern. 

Wenn es nach dem Gesinnungsdiktat der Linken geht, diskriminiere ich jeden, den ich auf Grund äußerer, ethnischer, religiöser, sexueller oder anderer Merkmale genau auf jene reduziere. Wie sollst du dich korrekt ausdrücken, wenn die Polizei nach einer Personenbeschreibung fragt? 

Die Gesellschaft wird durch Verbote auseinander getrieben. Denk- und Sprechverbote - die Diktatur von Meinungen spalten die Menschen. Nur Freiheit, die Beachtung einfachster Regeln von Anstand, sich so zu benehmen, wie man es für sich selbst auch wünscht, reichen vollkommen aus. 

Hierzulande werden von Linksradikalen Professoren an den Pranger gestellt, weil sie zu wenig über die Rolle von Frauen in der Geschichte lehren oder sich mit Stalin beschäftigen oder mit dem Militär. Anstatt sich zu freuen, dass Kinder Indianer cool finden und sich einmal im Jahr in deren Rolle begeben wollen, mal eine andere Hautfarbe tragen, mal Scheich zu sein ... das diskriminiert offenbar. Nein, diskriminiert werden Kinder, denen vorgeschrieben wird, was sie cool finden dürfen.
In der DDR durfte man auch nicht alles cool finden und wurde für bestimmte Kostüme zur Rechenschaft gezogen, für bestimmte Worte und Meinungen. Das ist nun alles wieder da. Lediglich der Deckmantel für Bevormundung hat sich geändert. "Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›" (Ignazio Silione) 
Heute sollen wir von linken, religiösen, ökologischen, genderpolitischen Ideologien gezwungen werden, unseren Mund zu halten. Aber es wird nicht funktionieren, genauso wie jede Diktatur früher oder später am Freiheitswillen der Menschen gescheitert ist, wird auch das scheitern.

Erst wenn wir uns gegenseitig dissen können, ohne beleidigt zu sein, haben wir es geschafft und werden eine bunte tolerante Gesellschaft. Wenn man über sich selbst lachen kann, wenn man kritikfähig wird und die eigene Lebensauffassung den anderen nicht aufzwingen will, werden wir inneren Frieden haben. Wir sollen nicht das sehen, was uns trennt, sondern das, was uns verbindet - aber wir können dabei die Augen aufmachen und das Maul.

Du musst nicht beleidigt sein, weil dich jemand als Mann, Frau, Schornsteinfeger oder Cowboy identifiziert, du musst nicht beleidigt sein, wenn jemand infrage stellt, dass du dich im Digitalzeitalter darüber lustig machst, was deine Propheten vor tausenden Jahren für Ideen hatten. Du musst dich nicht angepisst fühlen, weil jemand es komisch findet, dass du dich nicht zwischen A und B entscheiden kannst - stell dir vor, es gibt Menschen, die sich auch beim dritten Geschlecht noch nicht wiederfinden. Wenn der Cowboy mit dem Indianer tanzt, der Scheich mit dem Bischof, der Bunte mit dem Uniformen, haben wir die Gesellschaft, die wir brauchen und in der wir gut und gerne leben. Warum denkt jeder, der gedisst wird, dass es wegen seiner Hautfarbe, Ethnie, Sexualität oder Fortbewegungsform ist - vielleicht bist du einfach ein Arschloch und dich kann deshalb keiner leiden?
Vielleicht haben Nazis und Linksextreme mehr Gemeinsamkeiten als ihnen lieb ist? 
Lasst uns cool bleiben und uns nicht so wichtig nehmen, lasst uns weiter reden und denken, was wir wollen - Freiheit gegen Diktatur gewinnen lassen. Lasst Euch nicht verarschen, dass ohne Verbote Demokratie oder Menschenrechte auf dem Spiel stehen würden. Was auf der Strecke bleibt, ist Freiheit - und die ist die Voraussetzung für Demokratie und Menschenrechte.